Web 2.0
26. Oktober 2008
Google Earth: Scharfe Bilder
Der renitente Hesse Jürgen Ronimi will Google Earth verklagen - wegen scharfen Bildern. Von seinem Garten in Oberursel. Experten sehen jedoch wenig Chancen.

Foto: © Photocase | Jonicore
Der Rechtsanwalt Jürgen Ronimi pflegt seine Privatpshäre so gut es geht: Damit ihm niemand in den Garten gucken kann, hat er hohe Bäume gepflanzt rund um sein Grundstück. Und trotzdem kann die ganze Welt bei ihm in den Garten gucken - bei Google Earth.
Wie in der Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau zu lesen ist, findet der renintente Hesse Ronimi den Umstand, dass sein Garten bei Google Earth zu sehen ist, mehr als unheimlich. Er fühlt sich in seiner Privatsphäre verletzt und will deshalb gegen Google klagen.
Nach Angaben der Frankurfter Rundschau wäre es für Ronimi nicht der erste Musterprozess - im Jahr 2000 klagte er gegen Mobilfunkmasten. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit bekam am Ende die Telekom recht - das Ergebnis dürfte diesmal nicht anders aussehen.
Habt Ihr schonmal versucht, die Promi-Gegenden in Hamburg bei Google Earth zu zoomen?
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Invyte Website
Der traditionsreiche Hamburger Jahreszeiten Verlag hat überraschend das Hamburger Startup invyte gekauft. Gegründet von Mato Peric, Malte Kalkoffen, Max Biller und Alexander Allwardt ging die Eventplanungsplattform Anfang 2007 live. Registrierte Mitglieder können über invyte Events jeglicher Art planen und organisieren, ähnlich wie bei amiando.
Bei Jalag erscheinen unter anderem renommierte Zeitschriften wie “Merian” und “Der Feinschmecker” - insofern erscheint der Zukauf durch den nicht gerade Internet-affinen Jahreszeiten Verlag auf den ersten Blick fragwürdig.
Betrachtet man das Portfolio genauer, erscheint der Ankauf von invyte vor allem hinsichtlich des Titels “PRINZ” sinnvoll. Da die Zielgruppen des Event-Magazins und der Plattform sich durchaus überschneiden dürften, könnte invyte auch konzeptionell eine gelungene Ergänzung für den Print-Titel “PRINZ” sein, und mittelfristig Potenzial für eine Prinz-Community bieten.
Bei Deutsche Startups wird vermutet, dass der Kaufpreis überschaubar sein dürfte.
Jalag kauft invyte.de
Überraschend: Hamburger Jahreszeiten Verlag übernimmt die Eventplanungsplattform invyte.
Werbung & Medien
Am Mittwoch hat Gruner+Jahr nun endgültig die Titel bekanntgegeben, die eingestellt werden: Neben der “Park Avenue” trifft es die im Ausland beheimateten Titel “Gala” (Niederlande) und “Life & Style” (Russland). Zudem werden durch Zusammenlegungen und Neustrukturierungen bei den Wirtschaftstiteln “Capital”, “Impulse” und Börse Online” weitere ca. 120 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. Nach Angaben des G+J-Vorstands ist die sogenannte Portfolio-Bereinigung damit abgeschlossen.
Trotz der schon weit im Vorfeld angekündigten Bereinigung, stellt die Nachricht doch ein harten Einschnitt dar. Vorallem die durch die Neustrukturierung der Witschaftstitel 120 Entlassungen waren in dieser Form wohl kaum zu erwarten, auch wenn dem Vernehmen nach alleine die FTD im Jahr 2007 acht Mio. Euro Verlust machte. Nichtsdestotrotz hat die Nachricht auch eine positiven Aspekt: Der Standort Hamburg wurde mit den Entscheidungen zumindest weiter gestärkt.
Hinsichtlich der Wirtschaftstitel werden die Standorte München (”Börse Online”) und Köln (”Capital” und “Impulse”) geschlossen, und alle Titel unter der Leitung von FTD-Chef Steffen Klusmann von Hamburg aus gesteuert. Damit wird in Hamburg ein gigantisches Cluster von Wirtschaftsmedien-Know-how entstehen, die vier Titel unter einem Dach gebündelt - die Rede ist hier von 250 Redakteuren die Titel-übergreifend arbeiten werden.
Ob diese Bündelung journalistisch tatsächlich sinnvoll und gewinnbringend sein wird, darf man wohl skeptisch betrachten. Klar ist aber auch, dass alle G+J-Wirtschaftstitel in den letzten Jahren steitig zunehmende Auflagenverluste hinnehmen mussten.
Etwas überraschender kommt da schon die Einstellung des Glamour-Titels “Park Avenue” - die Kontur des Blattes wurde zuletzt doch stark vorangetrieben, und die Auflage konnte gesteigert werden. So konnte “Park Avenue” im 12-Monatstrend zuletzt ein Plus von 14% aufweisen. Da verwundert die Aussage von G+J-Vorstand Buchholz zur Einstellung des Premium Magazins „Park Avenue“ doch schon etwas:
Auf Basis der werbekonjunkturellen Aussichten für 2009 und 2010 ließ sich eine belastbare wirtschaftliche Perspektive für ‘Park Avenue’ nicht mehr darstellen.
Trotz der Ankündigung von G+J, dass die Portfolio-Bereiningung mit den jetzt verkündeten Maßnahmen abgeschlossen sei, scheinen also auch in Zukunft selbst relativ aufstrebende Titel nicht vor dem Aus geschützt zu sein.
G+J: Nun ist es also passiert
Die lange angekündigten Entscheidungen am Baumwall sind nun offensichtlich gefallen: Die Park Avenue, die niederlänische Gala, die russische Life & Style und ca. 180 Mitarbeiter stehen auf der Abschussliste.
Werbung & Medien

checkdisout Veranstaltungsreihe | www.checkdisout.com
“Ad Wars” war das Thema gestern Abend beim dritten “Checkdisout”-Event im Kunstverein Hamburg. Es sollte um Online vs. Offline, Konsument vs. Marke, Urban Spam vs. Branded Utility, alt gegen neu, gehen. Kurzum, um den Kampf um Aufmerksamkeit, abseits der Einheitskampagne. Veranstalter Matthias Weber stellte zurecht die Frage, ob neue Ideen in Sicht sind. Wo also geht die Reise hin, wenn Werber über neue Wege in der Werbung diskutieren? Ins Abseits.
Für mich als Nicht-mehr-Werber war der Abend beeindruckend - allerdings im negativen Sinne beeindruckend. Klar wurde an dem Abend in jedem Fall: Wenn die “Werber” sich weiterhin so abkapseln, und sich weiterhin so selbstherrlich in ihren eigenen Saft setzen wie einige der Protaganisten auf dem Podium (insbesondere Guido Heffels von Heimat Berlin), dann wird’s aus meiner Sicht düster in der Werbung. Auch klar: Die Besucher der Vernstaltung (grob 85% arbeiten in der Werbung) haben das Problem scheinbar schon eher erkannt, und machen sich mehr Gedanken darüber, was ihr Job wohl in der Zukunft beinhalten könnte.
Unter den ganzen Werbern war insbesondere der branchenfremde Friedrich von Borries (Architekt) das Highlight des Abends auf dem Podium. Nicht nur, weil er Anti-Thesen zur Werbung verbreitet hat, sondern insbesondere, weil er Werbung, die in Form von Urban Spam daher kommt, in Frage gestellt hat. Und weil er damit einfach zum Nachdenken angeregt hat.
Während andere auf dem Podium (muss hier explizit nochmals Guido Heffels von Heimat erwähnen) nach meinem Empfinden eher mit der Einstellung auftraten: “Jetzt komm’ mir nicht mit neuen Thesen, ich hab schon meine Meinung” - finde ich beängstigend engstirnig. Insbesondere wenn es an das Thema Social Media heran ging, war die Hilflosigkeit der Werber deutlich spürbar.
Wenn die “klassischen Werber” weiter so denken, wie es sich auf dieser Veranstaltung gezeigt hat, sehe ich schwarz für die klassischen Werbeagenturen. Klar, Social media ist etwas anderes als Werbung oder PR. Aber man darf sich dem doch nicht kategorisch verschliessen, wenn man in dem Feld Kommunikation arbeitet.
Abschließend noch ein Lob an checkdisout-Veranstalter Matthias Weber - großartiger Mix aus gut organisiert und trotzdem lässiger Stimmung, dazu eine wirklich coole Location im Kunstverein Hamburg.
Schwere Zeiten für Werber
Werber unter sich: Bei Checkdisout “Ad Wars” ging es um den Kampf um Aufmerksamkeit. Werber denken offensichtlich nur in klassischer Werbung. Und da sitzen sie fest. Alleine. Im Dunkeln.
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