Web 2.0
7. November 2008
Hamburg geht leer aus
Keine Hamburger Gewinner beim Deutschen Internetpreis 2008 - bedenklich?

Original-Foto: © photocase | jbkfotos
Bitkom hat die Sieger des Deutschen Internetpreises 2008 bekannt gegeben: Ubitexx, 1stplan und My Hammer. Aus 300 Bewerbern wurden die diese drei von einer Jury gewählt. Ubitexx und 1stplan kommen beide aus München, My Hammer aus Berlin - kein Gewinner aus Hamburg.
Die drei Gewinner sind aus Sicht der Jury die kreativsten und erfolgreichsten IT-Anwender unter vielen exzellenten Bewerbern
sagte Bitkom-Vizepräsident Heinz Paul Bonn bei der Preisverleihung am Donnerstagabend in Stuttgart. Ist das jetzt fast schon bedenklich für Hamburgs Rolle als einer der Web 2.0-Hotspots in Europa?
Der Deutsche Internetpreis wurde von der Bitkom zum neunten Mal verliehen, wobei der 1. Preis mit 25.000 Euro dotiert ist, für den 2. Platz gibt es 20.000 Euro und der 3. Platz wird mit 15.000 Euro bedacht.
Bei der Preisverleihung erhielt der Wettbewerb selbst eine Auszeichnung der Initiative “Deutschland – Land der Ideen”. Diese zeichnete den Preis für dessen “Vorbildfunktion für kleine und mittelständische Unternehmen” aus. Der Wettbewerb ist damit einer der Preisträger des bundesweiten Innovationswettbewerbs “365 Orte im Land der Ideen”.
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Werbung & Medien

Bild: Alamode Film
Ich war gestern Abend im Passage-Kino in der Mönckebergstraße bei der Preview-Veranstaltung von w&v und werbeweischer zum Kinofilm “39,90″, der am 31. Juli in den deutschen Kinos anlaufen wird. Schrill, skurril und trotzdem witzig. Die Handlung in Kürze:
Octave Parango ist ein Werbe-Yuppie Anfang der Dreissiger, wie er im Buche steht (der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Frederic Beigbeder, selbst ein Ex-Werber). Er verbringt sein Leben als Werber hauptsächlich damit, sich, seine Kollegen und den Hamster im Büro unter Drogen zu setzen. Nebenbei vernascht er Praktikantinnen. Es kommt wie es kommen muss, er verliebt sich tatsächlich und es geht schief. Deprimiert - und trotzdem seiner “Macht als Werber bewusst” - holt er zum Gegenschlag aus.
Desöfteren haben mich die überzogenen Darstellungen des Werber-Alltags sehr zum Lachen gebracht - viele im Publikum (alles Werber?) konnten nicht so sehr lachen. Weil ich genügend Abstand zur “bunten Welt der Werbung” habe, und sie nicht? Ich weiss es nicht. Mal abwarten, wie der Film in der Werbe-Hochburg Hamburg ankommt…
Promo-Trailer
39,90
Gestern Abend: w&v Preview zum Kinofilm “39,90″ - interessant. Der Protagonist Octave Parango, ein Werbe-Yuppie, vernascht Drogen und Praktikantinnen.
Web 2.0
Nach einem Bericht des Wall Street Journals plant Google offenbar den Start einer eigenen Venture Capital-Gruppe, um so den Einfluss in der Internet-Branche weiter zu erhöhen. Google hat dem Bericht zufolge bereits einen neuen Manager dafür angeheuert. Mit dieser Strategie würde Google anderen großen Konzernen wie Intel, Motorola, Disney und Amazon folgen, die bereits alle über eigene VC-Ableger verfügen.

Betrachtet man Googles Kapitalstärke sowie Googles Marktposition im Bereich Internet einerseits und Hamburgs Reputation als “Deutschlands Internet Start-up Hauptstadt” andererseits, dürfte es eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, bis das erste von Google finanzierte Hamburger Start-up auftaucht.
Ob ein Investor wie Google dann zielführender ist als die Handvoll deutscher VC’s oder ein deutscher Corporate Investor wird sich dann zeigen. Ich möchte es bezweifeln.
Google goes Hamburg
Mit dem eigenem Venture Capital-Ableger folgt Google anderen großen Konzernen wie Intel, Motorola, Disney und Amazon.
Web 2.0

Xing Website
Xing konnte sich im letzten Quartal über einen weiteren Umsatzanstieg freuen, zwischen Juli und September 2008 wurden 9,18 Millionen Euro erlöst, was einen Anstieg um 86 Prozent zum Vorjahresquartal 2007 entspricht. Das alleine ist schon bemerkenswert. Wichtig dabei aber vor allem: Das börsenotierte Unternehmen berichtet, dass 7,4 Millionen Euro davon mittlerweile aus den 514.000 Premium-Mitgliedschaften zahlender Xing-Mitgliedern stammen (bei insgesamt ca. 6,5 Millionen registrierten Nutzern).
Genau diese Zahl sieht Martin Weigert von netzwertig als großen Vorteil hinsichtlich der derzeitig prognostizierten, kommenden schweren Zeiten. Genau wie bei Skype sieht er in der hohen Akzeptanz der Bezahldienste und dem geschäftlichen Mehrwert der Dienste den Schlüssel zum Erfolg in wirtschaftlich schwierigen Zeiten:
Xing hingegen gewinnt in rauen Zeiten vor allem deshalb an Bedeutung, weil es von vielen als Jobbörse genutzt wird. Dabei spielen nicht nur die von Unternehmen eingetragenen Stellenanzeigen eine Rolle, sondern auch die Möglichkeit, über sein Profil von einem Personaler oder Headhunter gefunden und angeschrieben zu werden. Vergessen darf man außerdem nicht den hohen Wert persönlicher Kontakte. Es gibt kaum eine bessere und einfachere Art, einen neuen Job zu finden, als über Bekannte in anderen Unternehmen.
Das Publizieren seines Profils in einem etablierten Netzwerk kann sicher nicht schaden, wenn man einen neuen Job sucht (oder suchen muss). Die Frage ist nur, wenn die Zeiten tatsächlich so schwer werden, wie derzeit überall prognostiziert, wieviele neue Jobs es dann tatsächlich gibt… Denn wenn es keine offenen Stellen gibt, können diese auch nicht bei Xing zu finden sein.
Der zweite Punkt, den Martin Weigert nicht betrachtet: Wieviele der Premium-Mitglieder bei Xing kriegen ihre Premium-Mitgliedschaft vom derzeitgen Arbeitgeber bezahlt? Ist diese Zahl eventuell so hoch, dass Xing sie schmerzhaft spüren würde, wenn dieser Teil der Bezahldienst-Umsätze abnehmen würde? Ich schätze, dass in meinem Umfeld ca. 50% der Premium-Mitglieder ihre Mitgliedschaft zumindest auf die Auslagenabrechnung setzen (wenn nicht sogar direkt bezahlt bekommen).
Wie auch immer - grundsätzlich stimme ich zu, das Xing mit seinen etablierten Bezahldiensten und den derzeitigen Umsätzen exzellent aufgestellt ist, ob die Finanzkrise nun zur Wirtschaftskrise wird oder nicht.
Zum Artikel von Martin Weigert auf netzwertig:
netzwertig.com/2008/10/17/finanzkrise-was-skype-und-xing-gemeinsam-haben/
Xing gut aufgestellt?
Martin Weigert von netzwertig sieht den Hamburger Social Network-Betreiber auch in den prognostizierten schweren Zeiten gut gerüstet. Er hat aber nicht alle Unwegbarkeiten berücksichtigt.
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