Web 2.0
6. November 2008
Wer darf wie bloggen?
Über Loser Generated Content, über die Army of Davids, über die Rosenverkäufer im WWW und über Blog-Qualität an-und-für-sich.

Foto: © photocase | pantitlan***
In den letzten Wochen ging es in diversen Medien mal wieder um Sinn und Zweck von Blogs. Nicht von bestimmten Blogs, sondern Sinn und Zweck von Blogs an-und-für-sich. Da ist von “Loser Generated Content” die Rede. Oder der “Army of Davids”. Oder Blogger werden als “Rosenverkäufer des WWW” bezeichnet, die “lieber Toilettenwände vollschmieren sollten”. Was hier jetzt wie unqualifizierte Bemerkungen klingt, war jedoch - zumindest teilweise - als ernsthafte Kritik zu verstehen. Ob auch begründete Kritik, mal dahingestellt.
Natürlich haben sich in Zeiten “Blogger” (Googles Blogging Software) und “Wordpress” sowie dem Medium Internet die Zeiten geändert. Natürlich schreibt jeder anders, der eine besser, der andere schlechter. Natürlich kennt jeder gute und schlechte Blogs. Aber all das ist subjektiv - es gibt für alles und jeden eine Zielgruppe. Wie groß die jeweilige Zielgruppe Leserschaft ist, mal dahingestellt (was im Übrigen auch für jeden Text auf der Rückseite einer Duschgel-Packung gilt).
Wenn man nun also lesen muss, dass Journalisten und Werbetexter sich gegen die Publikationsform “Blog” zur Wehr setzen, indem sie jegliche Blogs schlecht machen, die Qualität aller Blogs pauschal in Frage stellen, dann ist das grenzenlose Ingnoranz. Was gelesen wird, ist interessant. Punkt. Gerade die spontane Form der Publikation, die Momentaufnahme, macht Bloggen doch so interessant. Dass dabei nicht jeder Satz 100%-ig ausgefeilt ist, macht es nur noch authentischer. Dazu schreibt Andrew Sullivan in seinem Artikel “Why I blog“:
This form of instant and global self-publishing, made possible by technology widely available only for the past decade or so, allows for no retroactive editing (apart from fixing minor typos or small glitches) and removes from the act of writing any considered or lengthy review. It is the spontaneous expression of instant thought—impermanent beyond even the ephemera of daily journalism. It is accountable in immediate and unavoidable ways to readers and other bloggers, and linked via hypertext to continuously multiplying references and sources. Unlike any single piece of print journalism, its borders are extremely porous and its truth inherently transitory. The consequences of this for the act of writing are still sinking in.
Beachtenswert in diesem Zusammenhang ist der sogenannte “offene Brief” von Martin Oetting (trnd), der damit auf einen Gastbeitrag im Blog “ConnectedMarketing” reagiert. In dem Gastbeitrag wird die kreative Ratlosigkeit der Agenturen sichtbar, wie mit dieser neuen Art von Content wohl umzugehen ist. Oder eben nicht. Interessant, dass für die scharfe Kritik auch das Medium “Blog” gewählt wurde…. Martin Oetting antwortet den ratlosen Werbern darauf u.a. wie folgt:
(…) Gegenüber all den Werbern, die das so sehen - die sich in den Kreativabteilungen der Agenturen das Maul zerreißen, über Loser-Blogs und schlechten Schreibstil auf Facebook oder Twitter, über wackelige Videos und pink leuchtende MySpace-Profile, die dort mangelnden Geschmack oder Stil (oder beides) belachen - würde ich mich gern kurz äußern. Denn einerseits habe ich das allergrößte Verständnis für Ihre wahrlich schwierige Lage: Sie haben Ihre Jobs gewählt, weil Sie sich dafür begeistern, knappe punktgenaue Texte und starke bedeutungsvolle Bilder zu entwerfen. Plakate. Anzeigen. Werbefilme. Die Werbebranche ist jahrzehntelang auf genau Ihren Menschenschlag angewiesen und vorbereitet gewesen, hat sogar einen eigenen Verein dafür gegründet. Da will ich nun gern einsehen, dass es schwer zu ertragen ist, wenn nach und nach, Schritt für Schritt, Blog für Blog, ganz andere und eher normalsterbliche Schreiber und Bildermacher immer mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen – mit Texten, die so gar nicht dem werblichen Verständnis von medialer Kreativität entsprechen. Mit Bildern, die sich für keine Pitch-Präsentation eignen. (…)
Den gesamten “Offenen Brief an manche Werbekreativen in Deutschland.” (mehr als lesenswert!) von Martin Oetting:
www.connectedmarketing.de/cm/2008/10/offener-brief-a.html
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Xing Website
Xing konnte sich im letzten Quartal über einen weiteren Umsatzanstieg freuen, zwischen Juli und September 2008 wurden 9,18 Millionen Euro erlöst, was einen Anstieg um 86 Prozent zum Vorjahresquartal 2007 entspricht. Das alleine ist schon bemerkenswert. Wichtig dabei aber vor allem: Das börsenotierte Unternehmen berichtet, dass 7,4 Millionen Euro davon mittlerweile aus den 514.000 Premium-Mitgliedschaften zahlender Xing-Mitgliedern stammen (bei insgesamt ca. 6,5 Millionen registrierten Nutzern).
Genau diese Zahl sieht Martin Weigert von netzwertig als großen Vorteil hinsichtlich der derzeitig prognostizierten, kommenden schweren Zeiten. Genau wie bei Skype sieht er in der hohen Akzeptanz der Bezahldienste und dem geschäftlichen Mehrwert der Dienste den Schlüssel zum Erfolg in wirtschaftlich schwierigen Zeiten:
Xing hingegen gewinnt in rauen Zeiten vor allem deshalb an Bedeutung, weil es von vielen als Jobbörse genutzt wird. Dabei spielen nicht nur die von Unternehmen eingetragenen Stellenanzeigen eine Rolle, sondern auch die Möglichkeit, über sein Profil von einem Personaler oder Headhunter gefunden und angeschrieben zu werden. Vergessen darf man außerdem nicht den hohen Wert persönlicher Kontakte. Es gibt kaum eine bessere und einfachere Art, einen neuen Job zu finden, als über Bekannte in anderen Unternehmen.
Das Publizieren seines Profils in einem etablierten Netzwerk kann sicher nicht schaden, wenn man einen neuen Job sucht (oder suchen muss). Die Frage ist nur, wenn die Zeiten tatsächlich so schwer werden, wie derzeit überall prognostiziert, wieviele neue Jobs es dann tatsächlich gibt… Denn wenn es keine offenen Stellen gibt, können diese auch nicht bei Xing zu finden sein.
Der zweite Punkt, den Martin Weigert nicht betrachtet: Wieviele der Premium-Mitglieder bei Xing kriegen ihre Premium-Mitgliedschaft vom derzeitgen Arbeitgeber bezahlt? Ist diese Zahl eventuell so hoch, dass Xing sie schmerzhaft spüren würde, wenn dieser Teil der Bezahldienst-Umsätze abnehmen würde? Ich schätze, dass in meinem Umfeld ca. 50% der Premium-Mitglieder ihre Mitgliedschaft zumindest auf die Auslagenabrechnung setzen (wenn nicht sogar direkt bezahlt bekommen).
Wie auch immer - grundsätzlich stimme ich zu, das Xing mit seinen etablierten Bezahldiensten und den derzeitigen Umsätzen exzellent aufgestellt ist, ob die Finanzkrise nun zur Wirtschaftskrise wird oder nicht.
Zum Artikel von Martin Weigert auf netzwertig:
netzwertig.com/2008/10/17/finanzkrise-was-skype-und-xing-gemeinsam-haben/
Xing gut aufgestellt?
Martin Weigert von netzwertig sieht den Hamburger Social Network-Betreiber auch in den prognostizierten schweren Zeiten gut gerüstet. Er hat aber nicht alle Unwegbarkeiten berücksichtigt.
Design & Style

Designer-Mode, Tapas und Wein – zusammen in einem Geschäft, in einer “Mode- und Lifestylebistrothek”. Auch wenn ein Cross-over-Store keine ganz unbekannte Idee ist, lohnt es sich doch, einen genaueren Blick auf dieses dann doch einzigartige Ladenkonzept werfen.
Das Ladenkonzept ist getrieben von persönlichen Vorlieben - einer Grundlage, die häufig erfolgsversprechend ist: “Mode, Genuss und Design haben uns immer fasziniert”, erklären die beiden Inhaber Philipp Kaczmarek und Felix Nitzschke. Beide haben an der Akademie für Mode und Design studiert. Die beiden Gründer weiter:
Die Anonymität großer, vertikaler Ketten und den schnellen, uninspirierten Konsum empfinden wir als abstoßend.
Deswegen haben sie mit “Stoffsüchtig” in der Rothenbaumchaussee einen Laden erschaffen, an dem man exklusive Mode shoppen, aber auch gehobene Küche und eine erlesene Weinkarte genießen kann, die von einem renommierten Sommelier zusammengestellt wurde. Stoffsüchtig wurde am 18. Juli eröffnet.
Die Gastro-Boutique führt in erster Linie aufstrebende Jungdesigner. Der Fokus liegt auf Berliner und lokaler Mode sowie skandinavischen Labels unter anderem Esther Perbandt, Johnny Love, Franzius, f.rau, Hypnosis Berlin, Irina Rohpeter, Dikla Kedim, Party Adel und Sisi Mizi.
Stoffsüchtig
Rothenbaumchaussee 83
20148 Hamburg
www.stoffsuechtig.de (Website derzeitig noch nicht verfügbar)
Stoffsüchtig: Mode, Genuss und Design
Neuer Laden in Hamburg: Designer-Mode, Tapas und Wein. Bei Stoffsüchtig wurden diese Zutaten in einem gelungenen Cross-over-Konzept fusioniert.
Web 2.0

Adidas Brandstore bei frontlineshop.com
Der Streetware-Onlineshop frontlineshop.com will den Sprung ins internationale Geschäft nehmen und dabei stark wachsen: Sortiment und Personal sollen wachsen. Dafür wird der Firmensitz jetzt von Hannover nach Hamburg verlegt. In Altona wird ein Speichergebäude direkt an der Elbe bezogen.
Sofern die Expansion erfolgreich umgesetzt werden kann, erwartet man bei Frontline bereits für das laufende Geschäftsjahr Umsatzsteigerungen im mittleren, zweistelligen Bereich. Das Geschäft über E-Commerce scheint also nach wie vor zu boomen, zumal Frontline nach eigenen Angaben bereits seit 2006 jährliche Umsatzzuwächse von 30 Prozent. So wurden alleine im Jahr 2007 ein Umsatz von 30 Millionen Euro erzielt, was Frontline zu einem der marktführenden deutschen Versandhandelsunternehmen im Bereich Fashion macht.
Um die Website bei wachsender Produktpalette im Griff zu behalten wurde schon im letzten Jahr das Konzept sogenannter Brandstores eingerichtet, in denen gezielt Artikel einzelner Marken promotet und ageboten werden.
Interessant ist auch die Historie von Frontline: 1986 als Mailorder gegründet, verkaufte man bei Frontline zunächst importierte LP’s und Merchandiseartikel aus dem Musikbereich. 1994 erfolgte dann eine Neuorientierung hin zu Streetfashion.
Frontline goes Hamburg
Onlineshop Frontline zieht nach Hamburg und will international wachsen.
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