Web 2.0
2. September 2009
Gerücht: XingedIn
Seit gestern Abend brodelt die Gerüchteküche: Übernimmt LinkedIn tatsächlich XING?

Fusion von Xing und Linkedin - Gerücht oder Wahnsinn?
Steht Hamburgs Web 2.0-Vorzeigeunternehmen XING tatsächlich vor einer Übernahme durch den US-Wettbewerber LinkedIn? In mehreren Blogs (u.a. bei Social Web World) und Tweets kam gestern Nachmittag/Abend miteinmal dieses Gerücht auf. Nichtzuletzt wahrscheinlich auch, weil der XING-Aktienkurs angestiegen war und es dafür keinen offensichtlichen Grund gab.
Es bleibt abzuwarten, ob es sich mal wieder um eine im Web geborene und dann forcierte Falschmeldung handelt, oder ob tatsächlich etwas Handfestes dahintersteckt…
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Design & Style

Ich hatte heute morgen kurz im Empire Riverside Hotel am Hafen zu tun. Ich war etwas überrascht - es scheint, als würde sich dieses Hotel nahtlos in die Reihe der bekannten Design-Hotels in Hamburg einreihen.
Über die bronzeverkleidete Aussenfassade des Hotels kann man vielleicht streiten. Die schlichte, unspektuläre Silhouette des 20-stöckigen Gebäudes zwischen Reeperbahn, Hafen und Speicherstadt ist nicht herausragend. Vielmehr finde ich vor allem das Konzept (von David Chipperfield) zum Interieur der öffentlichen Bereiche bemerkenswert anders. Inspiriert durch das Mythos der Oceanliner der 30er Jahre, entstand hier ein ein für Hamburg wirklich neuer, andersartiger Ansatz im Vergleich mit bekannten Hamburger Design-Hotels wie dem East, dem SIDE oder dem Gastwerk.
Die Website habe ich hier nicht verlinkt, weil das Webdesign - eigentlich ebenfalls ein “öffentlicher” Bereich des Hotels - leider in keinster Weise mit dem Anspruch mithalten kann.

Alle Bilder: Empire Riverside Hotel, Hamburg.
Empire Riverside Hotel
Weiteres Design-Hotel in Hamburg: Das Empire Riverside beeindruckt vorallem durch das von David Chipperfield entworfene Interior-Design und die exponierte Lage am Hafen.
Werbung & Medien

Screenshot aus dem Amazon TV-Spot
Im August hatte ich schonmal das Thema Crowdsourcing für TV-Spots kurz angerissen - jetzt hat Amazon in den USA einen TV-Spot live gebracht, der über Crowdsourcing entstanden ist.
Amazon ist ein durch-und-durch im Web verwurzeltes Unternehmen. Das macht es vielleicht ein bisschen einfacher, Crowdsourcing zur Findung eines neuen TV-Spots einzusetzen als für andere Unternehmen, wie zu Beispiel Mercedes oder Bayer. Nichtsdestotrotz ist auch Amazon mittlerweile ein globaler Konzern - was leicht zu Trägheit und konventionellen Methoden hätte führen können. Hat es aber nicht.
Der klassische Weg für ein Unternehmen in der Größenordnung wie Amazon führt eigentlich erstmal zur (Werbe-) Agentur. Weltweit betrachtet vielleicht zur Lead-Agentur. Wenn man keine feste Agentur hat, steht eventuell noch ein großangelegter Pitch-Prozess bevor. Nach Briefing (und Re-Briefing) kommt dann der Apparat richtig in Schwung: Konzeption, Storyboard, Produktionsfirma, Model-Casting, Stylisten, Location-Suche, und und und. Wann fragt man den Konsumenten, ob es seinen Nerv trifft? Vielleicht in einem Pre-Test? Oder verlässt man sich auf die selbsternannten Spezialisten in der Agentur?
Alternativ kann man es machen wie Amazon - und man lässt den Konsumenten den Spot machen. Man macht einen Wettbewerb draus, Crowdsourcing eben. Und dann kommt am Ende ein Spot dabei heraus, wie im Falle von Amazon der von Angela Kohler:
Den Spot kann man jetzt gut finden oder nicht - egal, ob als Werber oder als Konsument. Man kann aber fast sicher sein, dass er bei der Masse der Konsumenten gut ankommt, weil er aus ihren Reihen entstanden ist. Und die Messgröße “Masse” ist heutzutage bei dem Medium TV (noch) nicht zu vernachlässigen.
Und selbst, wenn die Meinungen gespalten wären - so ist und bleibt dieser Spot unter den Konsumenten garantiert (Achtung: das große Schalke-04-Wort kommt jetzt!) ein “Spot der Herzen”.
Gerne wird dann die Frage gestellt, wie es mit der Entlohnung aussieht (von den Rechten mal ganz zu schweigen). In diesem Fall bekam die Gewinnerin 20.000 US-$ - in Form von Amazon-Gutscheinen. Das ist in der Tat diskussionswürdig, andererseits darf man nicht die Nebeneffekte vergessen. Die Website der Gewinnerin hat bestimmt den einen oder anderen zusätzlichen Besucher. Nun gut, heutzutage hat vielleicht noch nicht jedermann eine Website, aber das dürfte sich - in welcher Form auch immer - in den nächsten Jahren ändern.
In Kurzform: Es zahlt auf die Online-Reputation des Gewinners ein.
Warum haben die Hamburger Agenturen noch keinen so entstandenen Spot für ein namhaftes Unternehmen forciert? Fehlender Mut in den Agenturen? Angst, dass die Kernkompetenz (Konzeption) von den Konsumenten untergraben wird? Angst, dass Provisionen für den Location-Scout, die Model-Agentur und den Stylisten flöten gehen?
Oder machen die Unternehmen da (noch) nicht mit?
Crowdsourcing: Amazon TV-Spot
Ist Crowdsourcing jetzt endlich auch bei den Konzernen angekommen - oder funktioniert das nur bei Amazon? Oder stehen die klassischen Agenturen im Weg bei der Realisierung solcher Formate?
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