Werbung & Medien
1. Dezember 2009
Crowdsourcing: Amazon TV-Spot
Ist Crowdsourcing jetzt endlich auch bei den Konzernen angekommen - oder funktioniert das nur bei Amazon? Oder stehen die klassischen Agenturen im Weg bei der Realisierung solcher Formate?

Screenshot aus dem Amazon TV-Spot
Im August hatte ich schonmal das Thema Crowdsourcing für TV-Spots kurz angerissen - jetzt hat Amazon in den USA einen TV-Spot live gebracht, der über Crowdsourcing entstanden ist.
Amazon ist ein durch-und-durch im Web verwurzeltes Unternehmen. Das macht es vielleicht ein bisschen einfacher, Crowdsourcing zur Findung eines neuen TV-Spots einzusetzen als für andere Unternehmen, wie zu Beispiel Mercedes oder Bayer. Nichtsdestotrotz ist auch Amazon mittlerweile ein globaler Konzern - was leicht zu Trägheit und konventionellen Methoden hätte führen können. Hat es aber nicht.
Der klassische Weg für ein Unternehmen in der Größenordnung wie Amazon führt eigentlich erstmal zur (Werbe-) Agentur. Weltweit betrachtet vielleicht zur Lead-Agentur. Wenn man keine feste Agentur hat, steht eventuell noch ein großangelegter Pitch-Prozess bevor. Nach Briefing (und Re-Briefing) kommt dann der Apparat richtig in Schwung: Konzeption, Storyboard, Produktionsfirma, Model-Casting, Stylisten, Location-Suche, und und und. Wann fragt man den Konsumenten, ob es seinen Nerv trifft? Vielleicht in einem Pre-Test? Oder verlässt man sich auf die selbsternannten Spezialisten in der Agentur?
Alternativ kann man es machen wie Amazon - und man lässt den Konsumenten den Spot machen. Man macht einen Wettbewerb draus, Crowdsourcing eben. Und dann kommt am Ende ein Spot dabei heraus, wie im Falle von Amazon der von Angela Kohler:
Den Spot kann man jetzt gut finden oder nicht - egal, ob als Werber oder als Konsument. Man kann aber fast sicher sein, dass er bei der Masse der Konsumenten gut ankommt, weil er aus ihren Reihen entstanden ist. Und die Messgröße “Masse” ist heutzutage bei dem Medium TV (noch) nicht zu vernachlässigen.
Und selbst, wenn die Meinungen gespalten wären - so ist und bleibt dieser Spot unter den Konsumenten garantiert (Achtung: das große Schalke-04-Wort kommt jetzt!) ein “Spot der Herzen”.
Gerne wird dann die Frage gestellt, wie es mit der Entlohnung aussieht (von den Rechten mal ganz zu schweigen). In diesem Fall bekam die Gewinnerin 20.000 US-$ - in Form von Amazon-Gutscheinen. Das ist in der Tat diskussionswürdig, andererseits darf man nicht die Nebeneffekte vergessen. Die Website der Gewinnerin hat bestimmt den einen oder anderen zusätzlichen Besucher. Nun gut, heutzutage hat vielleicht noch nicht jedermann eine Website, aber das dürfte sich - in welcher Form auch immer - in den nächsten Jahren ändern.
In Kurzform: Es zahlt auf die Online-Reputation des Gewinners ein.
Warum haben die Hamburger Agenturen noch keinen so entstandenen Spot für ein namhaftes Unternehmen forciert? Fehlender Mut in den Agenturen? Angst, dass die Kernkompetenz (Konzeption) von den Konsumenten untergraben wird? Angst, dass Provisionen für den Location-Scout, die Model-Agentur und den Stylisten flöten gehen?
Oder machen die Unternehmen da (noch) nicht mit?
Tags zu diesem Artikel
amazon, crowdsourcing, spot, tv, werbung
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Wie jedes Jahr werden auch dieses Jahr wieder die spannenden Neubauten in eindrucksvoller Weise präsentiert. Und es gibt viel zu präsentieren - und das betrifft nicht nur die HafenCity, sondern zum Beispiel auch das aufgepimpte Bavaria-Quartier. Hervorzuheben sind vor allem die unglaublichen Bilder.
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Adidas Brandstore bei frontlineshop.com
Der Streetware-Onlineshop frontlineshop.com will den Sprung ins internationale Geschäft nehmen und dabei stark wachsen: Sortiment und Personal sollen wachsen. Dafür wird der Firmensitz jetzt von Hannover nach Hamburg verlegt. In Altona wird ein Speichergebäude direkt an der Elbe bezogen.
Sofern die Expansion erfolgreich umgesetzt werden kann, erwartet man bei Frontline bereits für das laufende Geschäftsjahr Umsatzsteigerungen im mittleren, zweistelligen Bereich. Das Geschäft über E-Commerce scheint also nach wie vor zu boomen, zumal Frontline nach eigenen Angaben bereits seit 2006 jährliche Umsatzzuwächse von 30 Prozent. So wurden alleine im Jahr 2007 ein Umsatz von 30 Millionen Euro erzielt, was Frontline zu einem der marktführenden deutschen Versandhandelsunternehmen im Bereich Fashion macht.
Um die Website bei wachsender Produktpalette im Griff zu behalten wurde schon im letzten Jahr das Konzept sogenannter Brandstores eingerichtet, in denen gezielt Artikel einzelner Marken promotet und ageboten werden.
Interessant ist auch die Historie von Frontline: 1986 als Mailorder gegründet, verkaufte man bei Frontline zunächst importierte LP’s und Merchandiseartikel aus dem Musikbereich. 1994 erfolgte dann eine Neuorientierung hin zu Streetfashion.
Frontline goes Hamburg
Onlineshop Frontline zieht nach Hamburg und will international wachsen.
Design & Style

Auch ein Geschmackserlebnis: Website des Gulaschbarons
Willkommen in der Geschmacksdiktatur des Gulaschbarons - so liest man es im Manifest des Gulaschbarons. Wenn Diktatur mit soviel Style daher kommt, lässt man sich Diktatur aber gerne gefallen.
Beim Gulaschbaron gibt es also T-Shirts. Und Hoodies und Longsleeves und ihre Freunde aus der selben Abteilung. Aber immer streng limitiert - denn jedes Design kommt von einem neuen Künstler, immer in limitierten Auflagen von 200 Exemplaren (jedes individuell mit einer laufenden Nummer versehen). Davon werden 50 T-Shirts online verkauft, die restlichen 150 Stück werden auf maximal 10 Shops verteilt. Die Motive werden dabei nach Angaben des Betreibers des Gulaschbarons vom Künstler immer individuell für die exklusive Gulaschbaron-Kollektion entworfen. So steht es im Gulaschbaron-Manifest.
Cooles Konzept - bitte unbedingt unterstützen (durch prompten Einkauf versteht sich).
Nebenbei: Ich finde alleine den Blog vom Gulaschbaron (aka Hauke Neumann - oder andersrum.) schon mehr als lesenswert.
Zum Gulaschbaron-Shop geht’s hier lang:
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Beim Gulaschbaron gibt’s… nein - nix zu essen, kein Gulasch. T-Shirts! Geile T-Shirts.
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